Freitag, 6. Oktober 2017

25-Stunden-Tag in Sicht

Collage 24 Stunden
24h Collage, Grafik: R. Hartig
So einfach gehts, um das Ende der Sommerzeit und damit wieder einen 25-Stunden-Tag zu erleben: Stelle deine Uhr in der Nacht von Samstag auf Sonntag, den 29. Oktober 2017 früh von drei Uhr auf zwei Uhr zurück! Für Langschläfer und Partygänger, die so eine Stunde mehr vom Tag haben, ist das eine gute Nachricht. Wer Nachtschicht hat, zieht in der Regel den Kürzeren, arbeitet eine Stunde länger. 

Aber wie wichtig ist uns jede Stunde des Tages? Die Collage „24h - Für jede Stunde ein Kunstwerk“ bietet unendliche Möglichkeiten der Interpretation. Wie tickt zum Beispiel unsere innere Uhr? Wie reiht sich die „geschenkte“ Stunde in den körpereigenen Rhythmus ein? Wer bei der Umstellung auf die Winterzeit aus der Nachtschicht kommt, weiß, dass er eine Stunde mehr gearbeitet hat. Wer kennt das nicht: Starke Müdigkeit und die Angst vor dem „Sekundenschlaf“ auf der Heimfahrt mit dem Auto? Selbst mancher, der diese eine Stunde gewinnt - und sich sagt, ich kann eine Stunde länger wach bleiben, kann aus dem Trott kommen. Längst warnen Schlafforscher davor, dass die veränderte Uhrzeit zu rund acht Prozent mehr Verkehrsunfällen führe. 

Und das Argument, dass durch die Umstellung auf die Sommerzeit weniger Strom verbraucht wird, hat sich wohl nicht bewahrheitet. Mein Eindruck: Über den Sinn oder Unsinn der Zeitumstellung wird leider zu wenig nachgedacht. Hey, das kann nicht wahr sein. 😎

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Kreuzfahrtschiffe schädigen weiterhin Umwelt

Umweltbilanz der Kreuzfahrtschiffe
Die Umweltbilanz der Kreuzfahrtschiffe ist schlecht. Foto: R. Hartig
Nach dem aktuellen Nabu-Kreuzfahrtranking ist die Umweltbilanz der in Europa eingesetzten Kreuzfahrtschiffe weiterhin schlecht. Kein Wunder, kommt auf diesen überwiegend das giftige Schweröl als Treibstoff zum Einsatz. Zudem bleiben moderne Abgasanlagen mit Rußpartikelfilter, die die gesundheitsgefährdende Feinstaubemission mindern, die absolute Ausnahme. 

Die deutschen Anbieter TUI (mit den Neubauten „Mein Schiff 3“, „Mein Schiff 4“, „Mein Schiff 5“, „Mein Schiff 6“) und die „Europa 2“ von Hapag-Lloyd Cruises verwenden immerhin einen Stickoxidkatalysator. Beide belegen in der siebten Auflage des Kreuzfahrtrankings nun gemeinsam die Spitzenposition. 

Die Anbieter AIDA und Costa Cruises stürzen hingegen ab, „weil sich ihre Angaben zu Abgassystemen aus dem Jahr 2016 als Luftnummer erwiesen“. So kündigte AIDA Cruises medienwirksam Investitionen in Abgassysteme an, ohne diese dann auch umzusetzen. Die klaren Schlusslichter bilden laut NABU die Branchenriesen Costa, MSC und Royal Caribbean, „die keinerlei relevante Aktivitäten zum Schutz von Umwelt und Gesundheit erkennen lassen“. Der Kreuzfahrtverband CLIA nahm Stellung zu einigen Aussagen des aktuellen Kreuzfahrtrankings. Aus seiner Sicht führen diese zu „Fehlschlüssen und Mißverständnissen“. Dazu mehr in der CLIA-Stellungnahme.

Gesundheitsexperten warnen vor Risiken

Verdeckte Messungen mehrerer Fernsehsender aus Deutschland und Frankreich an Deck von Kreuzfahrtschiffen hatten zuletzt die hohe Belastung der Atemluft der Passagiere mit Krebs erregenden Rußpartikeln belegt. Entsprechend warnen Fachleute, etwa des Deutschen Pneumologenverbandes, vor den gesundheitlichen Folgen beim Aufenthalt in den Abgasfahnen der Schiffe. Wider besseres Wissen ruhen sich die Reedereien auf den niedrigen internationalen Vorgaben aus, während auch in den Hafenstädten immer mehr Menschen von der zunehmenden Abgasbelastung immer häufigerer Kreuzfahrtanläufe betroffen sind. 

Besserung ist erst ab 2018 in Sicht, wenn die ersten mit Flüssiggas (LNG) betriebenen Schiffe in See stechen sollen, deren Luftschadstoffausstoß deutlich geringer ist als derjenige von Schweröl und Marinediesel. Auch das Risiko einer Ölpest in sensiblen maritimen Ökosystemen wie etwa auch der Arktis wäre damit künftig gebannt. Jedoch betrifft dies nur Neubauten, nicht hingegen Bestandsschiffe, also den wesentlich größeren Teil der Flotte. Auch die in diesem Zusammenhang oftmals ebenfalls angepriesene Klimagasreduktion hingegen wird wohl längst nicht in dem Maße ausfallen, wie von der Branche gerne dargestellt. Dabei muss auch die Schifffahrt bis zum Jahr 2050 komplett CO2-frei unterwegs sein. Ein riesen Problem angesichts der Wachstumsraten. 

Angesichts des hohen Anteils der Schifffahrt an der Gesamtbelastung fordert der NABU eine deutliche Verbesserung der Situation. In Hamburg zum Beispiel ist die Schifffahrt für fast 40 Prozent der Stickoxidemissionen verantwortlich. Hier hat der NABU Feinstaubwerte gemessen, die 20mal höher lagen als am Stuttgarter Neckartor während des Feinstaubalarms. Die Reeder scheuen die Investition in die Abgastechnik - die Anwohner zahlen das mit ihrer Gesundheit, so das Fazit von NABU. 
Das kann nicht wahr sein. 😎





Freitag, 29. September 2017

Wohnen in einem Pflegeheim

Altenpflege
Zuwendung - ein Anhaltspunkt für ein gutes Heim. Foto: R. Hartig
Zufrieden in einem Pflegeheim leben? Angesichts bekanntgewordener Skandale in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen glaubt mancher Außenstehende nicht daran. Wer sich aber ein Bild von einer Einrichtung macht, sich als Angehöriger vor Ort über die allgemeine Situation informiert, findet eventuell schon erste Anhaltspunkte, ob ein Heim in Frage kommt oder nicht. 
Sozialpädagoge und Autor Claus Fussek, der öffentlich Missstände in der Altenpflege kritisiert, aber auch deren Ursachen analysiert und Lösungsansätze zur Bewältigung entwickelt, hat als Fazit seiner Erfahrungen diese „Sieben Mindestanforderungen für eine menschenwürdige Grundversorgung“ formuliert. Zu diesen gehören, sinngemäß zusammengefasst: 
  • Die Berücksichtigung der individuellen Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme des Pflegebedürftigen. 
  • Angemessene Unterstützung bei der Ausscheidung. 
  • Angemessene tägliche Körperpflege. 
  • Auf Wunsch täglich die Möglichkeit an die frische Luft zu kommen. 
  • Die Wahlmöglichkeit für den Pflegebedürftigen, mit wem er sein Zimmer teilt. 
  • Das Vorhandensein von wenigstens einem Mitarbeiter, der die Muttersprache der Bewohner spricht. 
  • Jeder pflegebedürftige Mensch muss die Sicherheit haben, dass ihm in der Todesstunde jemand die Hand hält. 
Auch solche Fragen sind wichtig: „Ist Leben im Haus oder herrscht eine sterile Krankenhaus-Atmosphäre?“ und „Gibt es Beschwerden?“ Wenn die Leitung Nein sagt, so Claus Fussek in einem Zeitungsbericht, „dann können Sie gleich wieder gehen. Es ist wichtig, dass mit Kritik offen umgegangen wird. Das ist ein Indiz für ein gutes Heim.“ 👍


Quelle: PflegeWiki 

Wir sind ein Volk

Mauerfall 1989
Die politische Wende 1989. Collage: R. Hartig
Als nach 40 Jahren Teilung Deutschlands die Mauer im November 1989 fiel, zog es die Masse der Ostdeutschen in den Westen. Viele stürmten im Einkaufsrausch die Läden, dank der 100 D-Mark Begrüßungsgeld. Auch besuchten sie Verwandte, bummelten durch die Städte und drückten sich auf den Automärkten die Nasen platt. Aus dem politischen Motto der Montagsdemonstrationen „Wir sind das Volk!“ wurde schließlich „Wir sind ein Volk!“. In weniger als elf Monaten, am 3. Oktober 1990, wurde die Einheit Deutschlands wiederhergestellt. Und das ist schon 27 Jahre her. Ein gravierender Knackpunkt bleibt: Neben Licht gibt es immer noch Schatten, nicht nur im Nordosten Deutschlands. 
Wenn heute aber die AfD, Pegida und Co. „Wir sind das Volk" rufen, kann das wohl nicht wahr sein. 😎  Trotz der Tatsache, dass die rechtspopulistische AfD mit 12,6 Prozent erstmals in den Bundestag einziehen wird. Bleibt zu hoffen, dass sich diese Paukenschlag-Partei selbst zerlegt. Ach so, die hier vorgestellte Foto-Collage „WENDE DARAN NOCH DENKST“ ist mein Rückblick auf die friedliche Revolution 1989/90 in Rostock. Aus diesen Bildern neue Kraft schöpfen, macht sicherlich Sinn, denn WIR SIND EIN VOLK. 👍 

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